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August 16 2010

Einfluss von Twitter, Facebook & Co. auf das deutsche Fernsehen

Was wäre das Internet heute ohne Zugang zu sozialen Netzwerken wie Facebook oder den Microblogging-Dienst Twitter? Nach vielen Jahren der Existenz ist es schwer vorstellbar, dass das Internet ohne diese beiden Dienstleister überhaupt existieren könnte. Für Menschen, die auf soziale Netzwerke keinen großen Wert legen, wäre es vielleicht einfacher, sich ein Internet ohne Wikipedia, YouTube oder Suchmaschinen vorzustellen – es wäre einfach etwas ganz anderes.

Die Ausweitung der sozialen Medien
Doch nicht nur das Internet an sich präsentiert sich durch Facebook und Twitter inzwischen insbesondere für junge Menschen in einem komplett anderen Licht. 500 Millionen registrierte Accounts zählt Facebook mittlerweile. Nicht hinter jedem wird ein real existierender Mensch stehen; dennoch zeigt allein diese enorme Anzahl, wie populär das Portal in den letzten Jahren geworden ist. Auch Twitter zählt mehrere Millionen Tweets – das sind die berühmten Kurznachrichten – pro Tag.
Insofern ist es nicht verwunderlich, dass auch die Mutter aller Massenunterhaltungsgeräte die sozialen Netzwerke für sich entdeckt hat. Das Fernsehen hat sich in diesem Jahrzehnt, in dem das Wort „googeln“ in den Duden aufgenommen wurde, immer mehr in Richtung Internet bewegt. Experten sehen hier in Zukunft eine Verschmelzung der beiden Medien, welche bereits jetzt begonnen hat.

Immer ein wenig schneller
Ein populäres und noch recht aktuelles Thema ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2010, die zwischendurch mit einigen von Zuschauern erstellten Videos bei YouTube garniert wurde. Ein weiteres brisantes Beispiel, dem leider kein freudiges Fest vorausging, war die Loveparade 2010. Bereits wenige Minuten nach dem katastrophalen Ereignis taten fassungslose Teilnehmer ihre Unmut und Trauer im Internet kund. Das ist sehr viel schneller, als Fernsehsender auf ein solches Ereignis reagieren könnten. Bevor diese überhaupt vor Ort waren, konnte man die wirklich wichtigen Nachrichten bereits bei Facebook und Twitter nachlesen.
Das hat zur Folge, dass sich auch die spätere Berichterstattung im Fernsehen auf die sozialen Netzwerke konzentriert hat. Dort wurden immer wieder die Berichte Betroffener zitiert, die vor allem in eingerichteten Gruppen bei Facebook und in kurzen Tweets bei Twitter zu sehen waren.

Die Zukunft
Die USA sind wie so häufig bereits einen Schritt weiter. So verfügt MTV nach einer langen Suche inzwischen über einen sogenannten TJ – einen Twitter Jockey. Diese Stelle, die grob als „Social Media Voice“ umschrieben ist, soll vor allem den jüngeren Zuschauern zusagen und MTV auch bei Twitter zu mehr Popularität verhelfen. Denn ein Konzern ist ein Konzern. Als solcher ist er doch reichlich unpersönlich. Der TJ hingegen verleiht dem Sender auch ein Gesicht, mit dem sich Zuschauer identifizieren können.
Es wird nur eine Frage der Zeit bleiben, bis es ähnliche Maßnahmen auch im deutschen Fernsehen zu sehen gibt. Bereits jetzt nutzen die Sender Facebook und Twitter, um ihre Zuschauer auch auf einer persönlichen Ebene ansprechen zu können. Im Zeitalter der Anonymität des Fernsehens ist das sicherlich ein gern gesehener Umschwung.

August 10 2010

Social Micropayment mit Flattr – so Funktioniert’s

Flattr ist eine Wortschöpfung aus „Flat Rate“ und „To flatter someone“ (jemandem schmeicheln). Die Firma wurde im März 2010 gegründet und hat bis zum heutigen Tag bereits über 25.000 Nutzer, Tendenz steigend. Die Idee des schwedischen Gründers Peter Sunde (Mitbegründer von The Pirate Bay) ist es, einen Geldbetrag für Beiträge im Internet, die man mag oder unterstützen möchte, per Mausklick zu bezahlen, er selbst nennt es einen „digital money service“.
Als erste Tageszeitung ging die „taz“ in der Betaphase mit Flattr am 20. Mai 2010 an den Start. Fast 1000 Euro wurden durch Flattr Klicks auf bestimmte Artikel eingenommen.
Seit August 2010 ist Flattr auch bei WikiLeaks eingebunden.

Man spendet, indem man „flattrt“, das heißt, auf den Flattr-Button (ähnlich dem reetweet Button) klickt. Auf diese Weise spendet man Anerkennung für einen einzelnen Beitrag, eine Idee oder eine Website mit guten Inhalten und bestärkt den Urheber darin, weiterzumachen. Man spendet in diesem Moment aber auch Geld von seinem eigenen Flattr Konto.
Dieser Social Payment Service funktioniert so, dass das Flattr Konto einen Betrag in selbst gewählter Höhe pro Monat, mindestens jedoch 2 Euro, als Guthaben verzeichnet (der Betrag kann über PayPal und andere eingezahlt werden). Klickt man nun im laufe des Monats auf einen oder mehrere Flattr Buttons im Internet, so wird das Kontoguthaben am Ende des Monats an diese verteilt. Das Monatliche Budget wird dann unter allen vom Kontoinhaber angeklickten Flattr Buttons im Monat verteilt. Hat man also ein Guthaben von 2 Euro auf sein Konto eingezahlt und flattrt 10 unterschiedliche Seiten, dann bekommt jede dieser Seiten am Ende des Monats 20 Cent gugeschrieben. Sofern man selbst auf seinem Blog oder seinen Seiten den Flattr Button installiert hat, und sofern andere einen geflattrt haben, kann das Konto dann einen Geldausgang und einen Geldeingang aufweisen.
Jeder User ist also gleichzeitig als Flattr Mitglied Spender und Empfänger von Geldbeträgen, sofern er selber auch einen Flattr Button auf seine Seiten oder Beiträge platziert.

Wie es geht? Registrieren bei flattr.com und die E-Mail angeben. Dann bekommt man eine Einladung, dies kann aber ein wenig dauern, da der Andrang in der Betaphase hoch ist. Nach der Registrierung das Kontoguthaben über PayPal oder Moneybookers laden und schon kann es losgehen. Die Verteilung am Ende des Monats wird von Flattr geregelt. Sicherlich war es nie einfacher, andere per Mausklick für einen gelungenen Beitrag im Internet zu belohnen.

Wir sind jetzt auch seit kurzem dabei – und haben noch 3 Invite Codes für Flatter im Account. Gerne geben wir diese an die ersten 3 Kommentatoren, die ihr Interesse bekunden weiter =)

August 03 2010

10 Social Media Monitoring Tools

Wer sich mit Social Media beschäftigt, weiß um die Schwierigkeiten, überall zugleich eine hervorragende Reputation aufzubauen. Um dieses Problem zu lösen, gibt es Social Media Monitoring Tools. Mit den Social Media Monitoring Tools bekommen Unternehmen, Marken oder Privatpersonen ein mächtiges Werkzeug an die Hand. 10 der Social Media Monitoring Tools sollen hier kurz vorgestellt werden:

1.Radian6
Radian6 durchsucht Social Media Dienste wie Blogs oder Communities und bündelt die Suchergebnisse, um sie zu analysieren und grafisch aufzubereiten. Das Programm ist interessant und funktionell. So lassen sich mit der Twitterfunktion zum Beispiel Referenzen über das eigene Unternehmen oder die Marke sammeln. Der wesentlich authentischere Eindruck durch die Auslagerung von Testimonialstimmen zu Twitter bedeutet einen schönen Vorteil für Unternehmen.
Webseite von Radian6

2. Visible Technologies
Visible Technologies überwacht etwa eine Million Social Media – Gespräche täglich und liefert Informationen anhand von Schlüsselwörtern in Echtzeit. Damit sind Unternehmen immer auf dem neuesten Stand, erhalten jedoch nur für sie relevante Informationen.
Webseite von Visible Technologies

3. Twingly
Mit Twingly lassen sich Blogs und alle anderen Microblogging-Systeme durchsuchen. Besonderes effizient ist hier die Suche nach bestimmten Keywords. Ein Vorteil von Twingly ist, dass das Tool selbst alle relevanten Daten sammelt und nicht auf irgendeine API zurückgreift.
Anleitung wie man bei Twingly einen eigenen Channel erstellt

4. Backtweets
Backtweets gehört zu den sehr nützlichen Social Media Monitoring Tools. Hiermit lassen sich Links auf Twitter tracken und messen. Mit Backtweets können einzelne Klar-URLs getrackt und Email-Alerts angefordert werden.
Suche einfach ausprobieren

5. Google Alerts
Mit einem Google Alerts – Konto lassen sich bestimmte Einrichtungen vornehmen, so dass Unternehmen per Email darüber informiert werden, wenn das Unternehmen irgendwo erwähnt wird. Es werden hier nur die Google News Quellen berücksichtigt.
Unser Google Alerts Tutorial

6. Addictomatic
Mit diesem Tool lässt sich eine Suche mit relevanten Begriffen starten. Die Ergebnisse erscheinen prompt und schließen alle Social Media – Dienste ein.
Addictomatic kann auch einfach gestestet werden.

7. BoardReader
Dies ist ebenfalls ein äußerst interessantes und nützliches Tool, mit dem die Überwachung von Social Media – Diensten sehr einfach ist. Unternehmen erfahren sofort, wenn jemand sie im Netz erwähnt.
Mit BoardReader Blogs durchsuchen

8. Filtrbox
Mit diesem Tool sehen Unternehmen, was andere über es posten. So sind Unternehmen immer über gegenwärtige Darstellung im Netz informiert.
Flitrbox von jive

9. SocialMention
Social Mention funktioniert ähnlich wie Google Alerts, ist jedoch besonders auf Social Media angelegt.
Hier gehts zu SocialMention

10. Buzzwatcher
Ein Tool zur Überwachung, von verschiedenen Begriffen über viele Social Media Quellen, dass eigentlich aus Frankreich kommt
Hier gehts zur Herstellerseite

Kennt ihr noch weitere? Einfach Kommentieren!

July 21 2010

Social Media – Geschäftliche Nutzung in Kinderschuhen

Unter dem Begriff „soziale Medien“ versteckt sich vor allem der Grundgedanke von sozialen Netzwerken zu unterschiedlichen Themen, sozialen Interaktionen und Kollaborationen. Hier wird der Austausch von Eindrücken und Erfahrungen in den Vordergrund gestellt, ob im Bereich Job, Business, Familie oder Interessen. Eine interaktive Nachbarschaftshilfe, die immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Durch digitale Medien wie Text, Bild, Audio und Video werden den Benutzern Bewertungen und Empfehlungen sowie einen direkten Kontakt zwischen Sender und Empfänger ermöglicht. Der Kommunikationsweg wird dabei extrem verkürzt. Der psychologische Aspekt ist nicht umzustoßen, die subjektive Empfehlung einer physischen Person auf der anderen Seite verhilft bei der eigenen Meinungsbildung.

Im Gegensatz zu den Massenmedien macht Social Media einen gewaltigen Schritt in die Zukunft. Die Verbreitung von Inhalten unterliegt scheinbar keinen komplizierten Produktionsprozessen sowie verdeckten oder aufgedeckten Kosten. Unternehmen und Privatpersonen ziehen lineare Kommunikationswege in Echtzeit vor und dementsprechend auch ungemein detaillierte Informationen. Punktgenau in Echtzeit von Profis informiert, was will man mehr.

Die soziale Funktionalität ist aus Sicht von Unternehmen sowie Selbständigen nicht abzustreiten. Der kurze Kommunikationsweg und die Erfahrungswerte von anderen Betrieben, Geschäften und Firmen sind überaus wertvoll, für Jungunternehmer, die die ersten Schritte auf den freien Markt wagen. Die geschäftliche Nutzung von Social Media steht zwar noch in den Kinderschuhen, dennoch greifen darauf immer mehr Unternehmen zurück. In der Zukunft werden dennoch die größeren Unternehmen auf eigene, ausgebaute vor allem firmeninterne Plattformen zurückgreifen, um das Risiko von Informationsverlust zu vermindern.

July 12 2010

Web 2.0 und wie es die Welt verändert hat

Seit 2003 spricht man nicht nur einfach von Internet oder dem World Wide  Web, sondern vom Web 2.0. Gemeint ist nichts anderes als die neue Generation Internet. Es hat quasi eine Revolution stattgefunden, die still und leise eine ganz neue Nutzung des Internets zur Folge hatte. Das Internet wird demnach nicht nur mit Inhalten durch große Medienunternehmen gefüllt, sondern vermehrt durch die Benutzer selbst. Dies stellt sich nicht nur durch eine Unzahl an Foren und Blogs dar, sondern auch durch die Bereitstellung unzähliger interaktiver Anwendungen, die es leicht machen Beiträge und Artikel selbst zu erstellen, zu bearbeiten oder zu verteilen.

Im Unterschied zum angeblichen Vorgängermodell Web 1.0 gibt es nun also viele Benutzer und zu dem viele Bearbeiter und Mitwirker. Auch die einzelnen Webseiten haben sich in der Web 2.0 Generation entscheidend verändert und evolutioniert. Während vorher meist nur einfache HTML Seiten angeboten wurden, welche kaum oder nur sehr mühselig verändert und aktualisiert wurden, können heutige Webseiten eine ganz andere Präsenz und Erscheinungsform nachweisen. Angefangen von kurzen Videoclips, den sogenannten Video Footage Clips, bis hin zu ganzen Filmen, die kostenfrei bereitgestellt werden. HTML ist längst in den Hintergrund gerückt und wird nur noch als Gerüst für die heutigen Webseiten verwendet.  Zudem können in der Web 2.0 Generation auch Nichtprogrammierer gute Webseiten herstellen.

Da wo früher umfangreiche EDV-Kenntnisse von Nöten waren, treten heute moderne und leichtverständliche Webdesignprogramme. Die meisten davon kann man sogar kostenfrei downloaden. Das wäre dann gleich ein weiterer Punkt des Web 2.0 Fortschrittes. Die unglaublich große Anzahl an freizugänglicher Software, der sogenannten Freeware. Fast für jedes Problem gibt es heute eine Lösung und ein Programm. Dazu gibt es meistens immer eine geeignete Freeware oder Shareware, so dass der Benutzer erst einmal probieren kann, bevor er wirklich kauft.

Der Zuwachs an Flatrates ist enorm gestiegen seit Web 2.0. Fast jeder dritte private Haushalt in Deutschland hat eine Flatrate zum unbegrenzten Surfen. Auch das kennzeichnet die neue Internetgeneration deutlich. Informationen werden heute einfach mal eben abgerufen, statt sie mühsam über Zeitung und Fernsehen zu erlangen. Mit Web 2.0 entstand nicht nur ein ganz neuer Begriff, sondern auch eine ganz neue Denkweise, die sogenannte Social Media. Das sind Soziale Netzwerke und Netzwerkgemeinschaften wie zum Beispiel Facebook, MySpace oder Friendster.

June 19 2010

Generation “Social Media”

Seit Mitte Februar hat Facebook.de ein neues Design. Die Navigation und Menüführung sind anders. Das Dashboard wurde überarbeitet und neue Features wurden eingepflegt. Mittlerweile ist Facebook rund sechs Jahre alt und hat schon an die 400 Millionen Mitglieder. Da blieben die Beschwerden über das neue Design nicht aus. Auch ist es möglich, seine eigenen Werbeanzeigen umfeldorientiert zu platzieren. Diese Idee steigerte natürlich stetig die Nachfrage an Facebook. Darüber hinaus bietet die Online-Community auch Features für das Handy an. Immer in Verbindung bleiben, so lautet hier die Devise.

Ganz anders sieht es da bei dem 2006 gegründeten Wer-kennt-wen.de aus. Diese Online-Community hat es sich zur Aufgabe gemacht, sämtlich Menschen miteinander verbinden zu wollen. Wer-kennt-wen hat dabei keine bestimmte Zielgruppe und ist jedem ab einem Alter von 14 Jahren frei zugänglich. An die 8 Millionen Nutzer tummeln sich hier herum und tauschen miteinander ihre Gedanken, Fotos und auch Kontakte. Seit 2009 hat sich  die Wer-kennt-wen-Community sogar auch auf den österreichischen und schweizerischen Markt ausgebreitet. Ein sichtliches Erfolgszeichen.

Eine ganz andere Online-Community, die sich ganz speziell an Studenten richtet, ist StudiVZ- das Studiverzeichnis. Es wurde Ende 2005 gegründet und boomt seither immer mehr. Das ging sogar soweit, dass im Herbst 2006 eine Erweiterung aus dem deutschen Raum nach Frankreich, Italien, Spanien und Polen vorgenommen wurde. Zuvor wurde bereits Österreich und die Schweiz im Fluge erobert. Bei StudiVz kann man sogar Edelprofile, Politikerprofile, Festivalprofile und Apps finden.

Das Studiverzeichnis legt dabei großen Wert auf den Umgang untereinander und hat speziell dafür einen Verhaltenskodex ausgearbeitet. Heute gibt es auch speziell für Schüler das schülerVZ und für alle anderen meinVZ.

Alle drei, ob Facebook, Wer-kennt-wen oder StudiVZ, gehören zu sogenannten Social Media, also sozialen Netzwerken der neuen Generation Internet Web 2.0. Alle haben ein Ziel: Die Menschen miteinander zu verbinden! Da wo sich früher zwei Freunde zu einer Tasse Kaffee verabredet haben, treffen sie sich heute zum Chat bei Facebook und Co.



April 28 2010

Essay: Kann Social Media etwas verändern?

Grade bin ich wieder über einen etwas älteren Artikel gestoßen. Er handelt von einem Lebensmittelhersteller, der in Konflikt mit Greenpeace geraten ist. Streitpunkt war die Abholzung des Regenwaldes zugunsten der Gewinnung von Palmöl, welches jener Hersteller zu für seine Produkte benötigt.

Dies wäre insofern eigentlich nicht der Rede wert. Allerdings ist bei der Sache die Rolle von Social Networks interessant.

Am Anfang war alles normal. Nestlé hatte für besagtes Produkt eine Fanpage eingerichtet und die Fans kamen in Scharen. Bis heute ist Anzahl der Fans auf über 700.000 gestiegen.

Dann allerdings trat Greenpeace auf den Plan. Um sich Gehör zu verschaffen erstellten sie ein Video und verbreiteten dies, dann folgte eine Twitter – Wall vor der deutschen Konzernzentrale und dann letztendlich wurden die Aktivisten Fans. Um sich dann dort Gehör bei der Zielgruppe zu verschaffen: den Fans und somit den potentiellen Kunden. Die reagierten allerdings nicht, wie wahrscheinlich von Nestlé gewünscht mit purer Ignoranz, sondern nahmen die Botschaften ernst und verlangten eine Erklärung.

Und hier zeigt sich dann, dass die Welt das Internet und Social Media noch nicht verstanden hat: man reagierte mit Zensur statt mit Diskussion

Die Video auf Youtube ließ man löschen, die Beiträge auf Facebook zensieren. Begründung: “Thanks for the lesson in manners. Consider yourself embraced. But it’s OUR page, we set the rules, it was ever thus.”

Nicht grade die feine englische Art und im Internet eine ganz und gar nich gern gesehen Praxis und Vorgehensweise. Und auch in der Politik herrscht noch reichlich Angst vor dem Internet und Social Media.

Zurecht: denn mit dem Internet wie wir es heute kennen, haben sich grundsätzlich die Machtpositionen geändert. Vorbei sind die Zeiten als Politiker und Institutionen ihr Recht auf Wahrheit durch Kontakte zu den Massenmedien sichern konnten. Denn auch die Medien sind mittlerweile zur Zielscheibe geworden. Bestes Beispiel: der Bildblog, der nun mittlerweile der “Bildblog für alle” ist, kurzum sich also nicht nur auf die Bildzeitung, sondern auch andere Medien beschränkt.

So manchem Polizisten und so manchem Angestellten in der Justiz dürfte der lawblog sauer aufstoßen. In aller Regelmäßigkeit wird über so manchen Missstand und so manchen Unregelmäßigkeit in der deutschen Rechtsprechung berichtet. Und nebenbei lernt man noch den ein oder anderen rechtlichen Kniff.

Dies sind nur zwei Beispiele dafür, wie sich unser Bild von der Gesellschaft ändern kann, aber auch wie wir erfahren, wie viel eine Masse einzelner Aufgebrachter erreichen kann.

Bestes Beispiel dafür: die Abmahnung des Blogs nomnomnom durch Eva S. bzw. durch ihren Anwalt. Am Anfang war das Kräfteverhältnis scheinbar so, wie man es sich erwartet hatte: gut bezahlter Anwalt gegen Privatperson. Streitwert: 1200€ wegen angeblich unautorisierten Kopierens oder anders: Urheberrechtsverletzung. Der Blogger hatte Links auf zwei Artikel von Eva S. gesetzt und drei Passagen daraus in seinem Artikel zitiert. Dabei war der Artikel nicht mal kritisch gegen die Autorin gerichtet.

Der angeklagt Blogger wandte sich daraufhin an einen größeren Blog, der wesentlich mehr Menschen erreichte und über den Vorfall berichtete, woraufhin eine ziemliche Protestwelle auf den Blog und das E – Mail Konto der Autorin losbrach. Das Ende der Geschichte: der Blogger kam glimpflich davon.

Ich finde diese Beispiele immer sehr interessant, da sie mich zu der Frage führen, inwiefern unsere Gesellschaft demokratischer und aufgeklärter werden kann bzw. inwiefern das Internet und Social Media uns als Gesellschaft beeinflussen und alte Machtverhältnisse auflösen können. Denn wie sich zeigt, ist niemand wirklich vor dem Internet sicher: kein Konzern und keine Institution, Einzelpersonen schon gar nicht.

Schade ist nur, dass dies scheinbar noch nicht von der ganzen Gesellschaft begriffen wurde und immer noch die reine Schuldvermutung für das Internet gilt. Unrechtmäßiges Kopieren, unseriöser Journalismus, Umschlagsplatz für Kinderpornografie, krimineller Hackertreff. Nur einige Begriffe die man zu hören bekommt, wenn Politik und Journalismus Stellung zum Internet beziehen sollen.

Dabei könnte man über die ganzen Plattformen vieles anders machen. Man könnte sich Meinungen der Leser und der breiten Masse einholen und darauf reagieren, dem nachgehen und die Menschen mit einbinden. Wir könnten uns selbst zu gewissen Idealen berufen und uns selbst kontrollieren, ob wir sie einhalten.

Die Frage ist allerdings, ob das überhaupt so gewollt ist oder wird. Denn dort wo jeder hinschaut, kann nun mal nicht mehr so leicht Schindluder getrieben werden. Die Frage ist nur, ob ich nicht grade einer sehr geschönten Sichtweise auf den Leim gehe und ob das wohl ewig ein Traum bzw. eine Wunschvorstellung sein wird. Eine, die noch keine konkreten Pläne und Modelle hat. Doch ehrlich gesagt, mir fallen keine ein. So ist die Frage: inwiefern kann Social Media unsere Gesellschaft ändern? Welche Perspektiven sehr ihr?

February 26 2010

PleaseRobMe: Die Gefahr von Geo – Daten im Social Web

Und zu was das großmütige Freilegen des eigenen Lebens führen kann zeigt aktuell „PleaseRobMe“ über das aktuell die Financial Times Deutschland und der Focus berichten. Der Dienst kombiniert die Daten verschiedener Social Media – Diensten wie Twitter und Foursquare und ähnlichen Diensten.

Und sucht man mal bei Twitter nach foursquare ist es schon beeindruckend wieviele Informationen man zu den Standorten verschiedenster Menschen bekommt.

Einer der diese Erfahrung machen musste ist Christopher Lynn seines Zeichens Marketing – Director des Hotels Colonnade in Boston. Dieser war sehr verwundert, als er sich selbst auf der Seite „PleaseRobMe“ auftauchte.

Doch der Schreck wich recht schnell der Gelassenheit. So sei er zwar jetzt vorsichtiger mit seinen Daten, doch ist er der Überzeugung, dass Seiten wie „PleaseRobMe“ den Trend von Social Media – Diensten, die Geo – Daten mit einbeziehen, nicht wirklich aufhalten könnte.

Dies dürfte genau das sein, was die Entwickler von „PleaseRobMe“ nicht wollten. Ziel ihres Projektes war es natürlich nicht, es Einbrechern einfacher zu machen, sondern die Menschen zu sensibilisieren.

Das dürfte ziemlich schwer werden, denn „die Techniken für das soziale Web sind so einfach geworden, dass die Leute bereit sind, viel zu viele Informationen über sich preiszugeben“, so Boy Van Amstel, einer der Menschen hinter „PleaseRobMe“.

Aktuell bietet die Seite keine Suchfunktion mehr an. Stattdessen wollen die Entwickler nun das Projekt weitergeben. Vorzugsweise an eine Organisation, die sich der Aufklärung um den richtigen Umgang mit den eigenen Daten gewidmet hat.

Doch grade die schon genannte Einfachheit und die von Jens angesprochene Mitmach – Hysterie dürften die Arbeit der Aufklärer wohl erschweren.

Es zeigt aber auch welch negatives Potential hinter dem Web 2.0 steckt. Das gezielte Ausspähen von Personen scheint kein Problem. Auch von etwas besser betuchten wie Christopher Lynn.

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