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April 18 2011

Flattrs Durchbruch? – Peter Sunde zieht Resümee

Erst letztes Jahr wurde der neue Bezahldienst auf der re:publica vorgestellt und sorgte in der Bloggergemeinde für viel Wirbel. Kein Wunder, denn einen freiwilligen Bezahlsystem wie Flattr gab es bis dato nicht, sodass die Einnahmen des Bloggers einzig mit Werbeanzeigen oder komplett aus kostenpflichtigen Diensten möglich war.

Selbst hier auf yenodio.de wurde kurzerhand dem neuen Trend gefolgt und das freiwillige Bezahldienst eingebunden. Auch taz und WikiLeaks haben die Integration von Flattr vorgenommen.

Auf der diesjährigen re:publica versprach Peter Sunde zahlreiche Verbesserungen beim Micropayment-System. Gerade im deutschprachigen Raum sei die Nutzung noch in den Kinderschuhen und durchaus Potenzial nach oben zu verzeichnen. So berichten kritische Blogger durchaus von konstant niedrigen Ausschüttungen. Das soll sich zukünftig ändern. Flattr wurde aus diesem Grund nun in deutscher Sprache herausgegeben.

Auch die Nutzung in einem Twitter-Account soll seid Mai 2011 möglich sein, so berichten einige externe Quellen.

Wie funktioniert eigentlich Flattr?

Pro Monat ist ein selbst gewählter Beitrag als Guthaben aus sein Flattr – Account einzuzahlen. Besucht der Internetuser nun einen Blog und klickt auf den eingebundenen Flattr-Button, so wird der Betrag dem Blogger gutgeschrieben. Klickt der Internetuser auch auf anderen Blogs den Button zur freiwilligen Bezahlung, so wird das Guthaben an alle angeklickten Flattr Button – Betreiber in gleichen Teilen ausgeschüttet.

Die Integration in den meisten Blog und CMS Systemen ist per API möglich. Darunter WordPress, Drupal, Typo und Joomla. Auch die Forensystemen wie vBulletin und PhpBB3 kommen nicht zu kurz.

Ist Flattr nun eine Revolution oder bleibt diese doch nur eine gute Idee? Wir dürfen gespannt sein, was der schwedische Anbieter zukünftig bieten wird.

flattr this!

August 10 2010

Social Micropayment mit Flattr – so Funktioniert’s

Flattr ist eine Wortschöpfung aus „Flat Rate“ und „To flatter someone“ (jemandem schmeicheln). Die Firma wurde im März 2010 gegründet und hat bis zum heutigen Tag bereits über 25.000 Nutzer, Tendenz steigend. Die Idee des schwedischen Gründers Peter Sunde (Mitbegründer von The Pirate Bay) ist es, einen Geldbetrag für Beiträge im Internet, die man mag oder unterstützen möchte, per Mausklick zu bezahlen, er selbst nennt es einen „digital money service“.
Als erste Tageszeitung ging die „taz“ in der Betaphase mit Flattr am 20. Mai 2010 an den Start. Fast 1000 Euro wurden durch Flattr Klicks auf bestimmte Artikel eingenommen.
Seit August 2010 ist Flattr auch bei WikiLeaks eingebunden.

Man spendet, indem man „flattrt“, das heißt, auf den Flattr-Button (ähnlich dem reetweet Button) klickt. Auf diese Weise spendet man Anerkennung für einen einzelnen Beitrag, eine Idee oder eine Website mit guten Inhalten und bestärkt den Urheber darin, weiterzumachen. Man spendet in diesem Moment aber auch Geld von seinem eigenen Flattr Konto.
Dieser Social Payment Service funktioniert so, dass das Flattr Konto einen Betrag in selbst gewählter Höhe pro Monat, mindestens jedoch 2 Euro, als Guthaben verzeichnet (der Betrag kann über PayPal und andere eingezahlt werden). Klickt man nun im laufe des Monats auf einen oder mehrere Flattr Buttons im Internet, so wird das Kontoguthaben am Ende des Monats an diese verteilt. Das Monatliche Budget wird dann unter allen vom Kontoinhaber angeklickten Flattr Buttons im Monat verteilt. Hat man also ein Guthaben von 2 Euro auf sein Konto eingezahlt und flattrt 10 unterschiedliche Seiten, dann bekommt jede dieser Seiten am Ende des Monats 20 Cent gugeschrieben. Sofern man selbst auf seinem Blog oder seinen Seiten den Flattr Button installiert hat, und sofern andere einen geflattrt haben, kann das Konto dann einen Geldausgang und einen Geldeingang aufweisen.
Jeder User ist also gleichzeitig als Flattr Mitglied Spender und Empfänger von Geldbeträgen, sofern er selber auch einen Flattr Button auf seine Seiten oder Beiträge platziert.

Wie es geht? Registrieren bei flattr.com und die E-Mail angeben. Dann bekommt man eine Einladung, dies kann aber ein wenig dauern, da der Andrang in der Betaphase hoch ist. Nach der Registrierung das Kontoguthaben über PayPal oder Moneybookers laden und schon kann es losgehen. Die Verteilung am Ende des Monats wird von Flattr geregelt. Sicherlich war es nie einfacher, andere per Mausklick für einen gelungenen Beitrag im Internet zu belohnen.

Wir sind jetzt auch seit kurzem dabei – und haben noch 3 Invite Codes für Flatter im Account. Gerne geben wir diese an die ersten 3 Kommentatoren, die ihr Interesse bekunden weiter =)

April 27 2010

Flattr: Revolution oder gute Idee?

Wer heutzutage im Web auffallen will, der muss sich anstrengen. Das gilt fast nirgendwo so stark, wie in der Blogosphäre. Grade in den letzten Jahren setzte ja ein regelrechter Boom ein und es schien zum guten Ton zu gehören, einen Blog zu betreiben.

Heute, wenig später, sind viele Blogs tot oder nicht mehr vorhanden. Was geblieben ist, ist der harte Kern, der sich durch originelle Ideen und Einfälle eine Stammleserschaft sichern bzw. an Popularität gewinnen konnte.

Diese Ideen begeistern, faszinieren und unterhalten uns. Und so manches Mal würden wir auch eine Spende erbringen, doch dann schlägt meist die Bequemlichkeit zu. Banküberweisung? Paypal? Und das für Beträge von wahrscheinlich unter 10€. Und bei Kreditkartenzahlungen im Internet hat man ja sowieso ein schlechtes Gewissen.

Abhilfe schafft nun Flattr. Flattr funktioniert grundlegend nach zwei Prinzipien: wie ein Prepaidkonto, dessen Budget nach dem Kuchenprinzip verteilt wird. Doch fangen wir von vorne an.

Ein Blogbetreiber würde gerne ein wenig Geld für sich erhalten. Werbung schließt er dabei aus: einmal sind die Erträge nicht so hoch und andererseits möchte er auch nicht sein Layout durch eingeblendete Werbung verunstalten. Da er den Blog aber nur privat betreibt und sich dadurch keine Einnahmen erschließen lassen, hätte er gerne eine Möglichkeit, zumindest die Serverkosten decken zu können.

Und hier kommt Flattr ins Spiel. Er registriert sich auf Flattr und kann von nun an bequem einen Button integrieren. Ein begeisterter Leser, der ebenfalls bei Flattr ist und dort für den aktuellen Monat 4€ auf sein Konto geladen hat, möchte nun den Blogger unterstützen. Ein Klick auf den Flattr – Button und schon wird im System registriert, dass der Leser den Blog(eintrag) mochte. Wenn das nun das einzige Mal war, wo der Leser auf den Flattr – Button gedrückt hat, bekommt der Blogbetreiber die vollen 4€. Fand der Leser dagegen noch andere Blogs oder Webseiten gut, bekommt jeder von ihnen den entsprechenden Anteil. Fand also der Leser 10 Blogs gut, bekommt jeder Blog am Ende des Monats 0,40€ gespendet.

Der Nutzer hat die volle Kostenkontrolle, während der Blogbetreiber einen kleinen Anreiz bzw. eine kleine Wertschätzung erhält. Das System mag nicht perfekt sein, zeigt aber durchaus sehr interessante Ansätze, die auch für Onlineauftritte von Printmedien interessant sein könnten. Wenn ein Artikel gefällt, klickt man kurz rauf und schon hat man die eigene Zeitung ein wenig unterstützt, die sich ja auch nicht mehr rein auf Werbeeinahmen verlassen kann. Könnte dies also ein Weg sein für die Printmedien, die sich darüber beklagen, dass im Internet kein Geld zu machen bzw. zu holen sei und man seine Inhalte entweder nur kostenlos oder nur kostenpflichtig anbieten kann? Was wenn Newsseiten ihr eigenes Flattr – System hätten? Wäre das nicht ideale Kompromiß und ein Weg raus aus der Internetkrise?
Der Auftritt bleibt weiterhin kostenlos. Wenn der Benutzer mag, kann er Geld für einen Artikel spenden. Wenn nicht dann nicht. Ist sein Budget aufgebraucht, lädt er es erneut auf. Oder auch nicht.

Man sieht also das Flattr durchaus das Potential zu einer kleinen Revolution hat bzw. eventuell eine ganze Branche aus der Krise führen könnte. Und sie durchaus in ihrer Qualität zu steigern vermag. Denn gute Artikel werden wohl eher honoriert als schlechte.

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