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May 07 2010

Copy & Paste: ein lukratives Geschäftsmodell bei Social Networks

oder: Wie man mit geklauten Nutzerdaten Millionen verdient

Wie bereits vor einiger Zeit in meinem Blogbeitrag hier auf yenodio.de geschrieben, sind Datenschutzpannen trauriger Alltag in der Internetgemeinde geworden. Betroffen sind nicht nur Versicherungsunternehmen wie AWD, dem Konzern Telekom oder  Lidl, vielmehr werden schwerwiegende Sicherheitslücken in Social Communitys stetig aufgedeckt. Selbst TÜV – Bescheinigungen und daraus resultierende Testsieger können keinen ausreichenden Schutz bieten, wenn keine Ernsthaftigkeit des Unternehmens zur Beseitigung dieser Mängel vorliegt.

Ein aktueller Fall bei SchülerVZ sorgt derzeit in der Öffentlichkeit wieder für Aufsehen. Dort hatte vor kurzem der Student Florian Strankowski mit einem Crawler zugängliche Daten kopiert. Eine stolze Summe von etwa 1,6 Millionen Nutzerdaten. Das Unternehmen selbst dementiert eine Sicherheitslücke.

Der Crawler spürt automatisiert Profildaten auf und speichert diese lokal auf dem Computer ab. Innerhalb von acht Wochen inklusive Programmierung konnten die Profile von fast ein Drittel der SchülerVZ – Nutzer zusammengestellt werden. Strafrechtliche Konsequenzen dürfte der Student nicht bekommen, denn es handelt sich hierbei nicht um einen „Hackerangriff“ auf das Unternehmenssystem, sondern der Student hat lediglich öffentliche Daten, die von den Nutzern freigestellt worden sind, mit einer Software kopiert.

Der Betreiber der VZ – Reihe  spielt die „Crawling“-Aktion herunter und vergleicht dies „mit dem Kopieren von Daten aus dem Telefonbuch“.

Angesichts der immer wiederkehrenden Pannen und der unglaublichen reaktiven Maßnahmen, die noch vom TÜV zertifiziert werden, eröffnen sich für einige Personen sicherlich neue Geschäftswege. Spitzeneinkommen, finanzielle Freiheit und ein Lifestylepaket der Extraklasse. Gemeint sind das schlichte Kopieren von persönlichen Daten von Internetanwendern und der entsprechende Handel dazu.

Eine kleine Hochrechnung: Lägen 1,6 Millionen E-Mailadressen durch eine Crawling-Aktion ähnlich wie oben beschrieben vor, so würde der Handel mit ausschließlich den E-Mailadressen bei einem Spammer etwa 160 Euro erbringen. ( Berechnungsfaktor liegt bei 0,0001 Euro pro Datensatz, das ich als „Marktüblich“ bezeichnen würde.)

Möchtet Ihr mehr verdienen? Kein Problem: Ein Adresshandel wie schober.com verlangt pro Standart – Datensatz 0,22 Euro / netto. Kommt noch die Telefonnummer hinzu sind es schon 0,34 Euro / netto. Je mehr sich Informationen eingrenzen lassen, desto teurer sind die Datensätze, die auch bei Firmenadressen weit über 1 Euro, netto / Satz liegen können. Bei 1,6 Millionen Adressen könnt Ihr selbst mal Euren Verdienst als Datenkopierer errechnen, die Ihr bei einem Weiterverkauf erwirtschaften würdet. Es spricht übrigens nichts dagegen, diese Praktiken mehrfach zu wiederholen um das Einkommen zu steigern.

Wenn dann noch Affiliate-Systeme genutzt werden, dann lassen sich die Erträge entsprechend maximieren. Egal ob man selbst als Advertiser oder Publisher auftritt – beide Möglichkeiten machen Sinn. Ein Programm bei einem führenden Affiliate – Anbieter zahlt beispielhaft 8,00 Euro pro Lead…

Ihr seht selbst: Mit der entsprechenden kriminellen Energie lässt sich ein lukratives Geschäftsmodell entwickeln. Doch das sollte nicht animierend sein in dieser „Branche“ tätig zu werden. Vielmehr sollten wir darüber nachdenken, wie viel persönliches wir wirklich im Netz veröffentlichen möchten, denn damit kann durchaus Schundluder betrieben werden. Unsere Daten können wir Anwender ja schließlich am Besten schützen.

February 14 2010

Verlockung “Soziale Netzwerke”

Soziale Netzwerke wie Twitter, Facebook und Co sind stark im Trend.

Kein Wunder: Der Austausch von Informationen über solche Plattformen ( auch privater Natur ) fördern die Gemeinschaft und unterstützen Interessengebiete. Es macht sogar Spass, regelmäßig im Netz Skurriles zu finden, zu lachen und Freundschaften ( zumindest virtuell ) zu festigen.

Twitter wuchs nach Schätzungen im Jahr 2009 auf 25 – 30 Millionen Nutzer und Facebook hält in den USA die Poleposition.

Doch auch Google hat seid geraumer Zeit diesen anhaltenden Trend erkannt und springt nun auf den Zug des Social Networks. Google Buzz wurde als “Twitter-Killer” tituliert und verspricht dabei mehr als nur Statusnachrichten. Google ist schon einmal mit einem sozialen Netzwerk gescheitert: Orkut ist lediglich in Brasilien und zum Teil in Indien erfolgreich. Diesmal ist jedoch vieles anders.

Über diesen Dienst können Teilnehmer zu jeder Zeit und zu jedem beliebigen Thema die Meinung veröffentlichen und Kommentare inklusive Fotos und Videos hinterlassen. Auf Anhieb startet der Konzern mit fast 180 Millionen potentiellen Nutzern, den soviele sind bei Gmail angemeldet und erhalten demnächst eine Einladung. Dabei importiert Buzz die Kontakte aus den E-Mails sowie aus Google Talk.

Doch der Buzz-Start ist ein Desaster: Innerhalb von vier Tagen sollen bereits mehrfach Umbauten des Dienstes erfolgt sein, so berichtet Spiegel Online. Vorrangig sollen die eingebauten Datenlecks beseitigt werden.

“Man werde Rund um die Uhr daran arbeiten” notierte Todd Jackson, Google Manager in einem Blogeintrag.

Der Protest der Nutzer ist kaum zu überhören, sodass Google in seinem nun zweiten Anlauf zur Eroberung des sozialen Webs verpatzt. Kein Wunder, das entsprechend negative Erfahrungsberichte wie die einer US-Amerikanerin auftauchen. Dieser Dienst soll Ihrem gewalttätigen Ex-Mann den Aufenthaltsort und Arbeitsplatz verraten haben. Aufgrund des regelmäßigen E-Mail-Verkehrs mit Ihm wurde er in die Freundesliste übernommen.

Inwiefern Google Buzz nun zukünftig sich im sozielen Web etablieren wird ist derzeit nicht ersichtlich. Die Chancen stehen jedoch nicht schlecht, wenn die Kritikpunkte vom Konzern verarbeitet werden.

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